Vor einigen Jahren habe ich im Garten ein unscheinbares, hellgrünes Pflänzchen entdeckt, aus dem bald darauf eine hübsche weisse Blume mit gelbem Mittelpunkt wuchs. Es sah ähnlich aus wie ein Gänseblümchen. Oder wie eine zu klein geratene Margerite. So schön, dachte ich mir und zückte das Mobiltelefon, um die Pflanze mittels PlantNet zu bestimmen: Einjähriges Berufkraut, mit 90 % Sicherheit. So weit so gut. Ich begann den Artikel auf Wikipedia zu überfliegen. Wo wächst dieses hübsche Blümlein?

Welchen Boden bevorzugt es? Schattig oder sonnig? Aber – o Schreck, o Graus –, da stolperte ich doch tatsächlich über «invasiver Neophyt » und «Schwarze Liste». Also schnell das Häckerli gepackt, die Pflanze ausgestochen und mit beinahe schon spitzen Fingern im Kehricht entsorgt. Mittlerweile erkennt mein geschärftes Auge diesen Neophyten schnell, ich bin sensibilisiert. Nicht zuletzt dank den diversen Bekämpfungseinsätzen mit dem Naturschutzverein Richterswil-Samstagern. Es scheint gar so, als sehe ich nur noch das einjährige Berufkraut: an Strassenrändern, Bushaltestellen, Mittelstreifen, Flachdächern, privaten Gärten, Kiesplätzen. Kurz: überall. Aber um ehrlich zu sein, die Pflanze beeindruckt mich. Sie ist nicht nur hübsch, sondern wächst auch überall. Egal, ob sonnig oder schattig, sandig oder lehmig. Wären doch nur meine Gartenblumen auch so. Und genau darin liegt das Problem mit dem einjährigen Berufkraut.

Es breitet sich in einer enormen Geschwindigkeit und völlig unkontrolliert aus, verdrängt andere einheimische Pflanzen und bedroht Lebewesen, die von diesen Pflanzen abhängig sind. Es gilt unsere heimische Flora und Fauna vor diesem invasiven Neophyten zu schützen. Hierbei sind Bund, Kantone und Gemeinden aktiv in der Prävention, der Kontrolle und an der Koordination beteiligt. Einen grossen Beitrag leistet der Naturschutzverein Richterswil-Samstagern durch unzählige Stunden jäten und ausreissen der zum Teil riesigen Berufkraut-Bestände. Leider können wir mittlerweile auch nicht mehr sagen «wehret den Anfängen», denn «der harmlose Anfang» ist vorbei und der Bekämpfungsaufwand bereits riesig. Deshalb: Helfen Sie mit!

Wächst ein Berufkraut in ihrem Garten, unter dem Briefkasten oder in der Auffahrt? Reissen Sie es aus und entsorgen Sie es mit dem Haushaltkehricht. Gerne dürfen Sie auch den Naturschutzverein Richterswil-Samstagern kontaktieren oder bei seinen Neophyten-Einsätzen aktiv unterstützen. Ganz nach dem Motto «Jede Stimme zählt» können wir hier sagen: «Jede Pflanze zählt».

Also: Danke!
Rahel Büchi

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