Wer kennt sie nicht, die mittelgrosse Taube mit überwiegend beige-grauem Gefieder und ihrem schwarzen Nackenring. «Hu-huu hu» ertönt es regelmässig bei uns im Dorf. Ihr typischer Balzflug ist in Richterswil bekannt. Mit klatschenden Flügeln steigt die kleine Taube steil auf, bevor sie wieder hinuntergleitet und laut rufend landet. Die Männchen versuchen die Weibchen so von sich und dem ausgewählten Neststandort zu überzeugen. Darum sieht man sie oft zu zweit durch unsere Gärten und über die Balkone streifen. Im nächsten Jahr beginnt alles von vorn, denn Türkentauben führen eine Saisonehe.

Die Türkentaube ist eine wahre Ausbreitungskünstlerin. Eigentlich aus dem asiatischen Raum stammend, ist die Taube nach Europa eingewandert und hat sich dort innerhalb weniger Jahre etabliert. Bei uns am Zürichsee gab es die ersten Brutvögel in den 50er-Jahren. Bereits 1960 haben die ersten Tiere Schottland erreicht. Mittlerweile haben sie sich in weiten Teilen Mitteleuropas etabliert. Diese Meisterleistung gelang aufgrund optimaler Lebensbedingungen und grossen Ausbreitungswanderungen der Jungvögel von bis zu 200 Kilometern. Da die Nester von Türkentauben relativ oft von Eichhörnchen, Katzen etc. geplündert werden, unternehmen sie bis zu sechs Brutversuche pro Jahr. Die Bestände der Türkentaube sind aufgrund von Nahrungsengpässen durch moderne Ernte- und Verarbeitungstechniken, sterile Gartengestaltung und direkte Verfolgung

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